Seit mehr als einem Jahr ist sie schon im Kommen, die Plattform für sogenannte “social micropayments“: Flattr.
Das Prinzip ist recht einfach. Wenn ein User etwas im Internet mag, soll er sich mit einer kleinen Spende für den Beitrag oder die Website bedanken können. Damit er dafür nicht extra eine Überweisung starten muss, gibt es Flattr. Jeder User legt selbst einen Betrag fest, den er im Monat dafür ausgeben möchte. Der User klickt nun auf jeder Seite, bei der er sich bedanken möchte, auf den Flattr-Button. Sein Spendenbetrag wird am Ende des Monats schließlich durch die Anzahl von Klicks geteilt und jeder Webmaster, bei dem geklickt wurde, erhält einen Anteil davon.
Flattr bietet Nutzern die Möglichkeit, Webmastern mit kleinen Spenden für Ihr Angebot zu danken.
So weit, so gut. Aber wer will denn wirklich Geld für kostenlose Internetangebote bezahlen, wenn er gar nicht muss? Das haben sich viele Leute gefragt. Viele haben behauptet, das würde nie funktionieren. Und das tut es doch! Die flattr-Buttons verbreiten sich auf immer mehr Websites und der Bekanntheitsgrad des Projekts wird immer größer. Dementsprechend erklären sich immer mehr Menschen dazu bereit, freiwillig Geld für ihre Lieblings-Internetseiten auszugeben.
Meiner Meinung nach ist das eine interessante Entwicklung, die weitreichende Auswirkungen auf die Mentalität unserer gesamten Gesellschaft haben könnte. Denn eigentlich ist ja der allgemeine Konsens, kein Geld ausgeben zu wollen, in fast jeder Schicht allgegenwärtig.
Flattr-Mentalität: gut oder schlecht?
Es wäre doch durchaus schön, wenn sich diese Flattr-Mentalität in der Gesellschaft zur Grundeinstellung entwickeln würde. Für jede gute Tat würde man von irgendjemandem entlohnt werden und alle zeigten ihre Dankbarkeit ganz offen, in dem sie jedem, der etwas gutes für sie bewirkt hätte, Geld zustecken würden.
Andererseits könnte das auch als eine furchtbare Entwicklung angesehen werden, denn jeder würde auf einmal für alles entlohnt werden wollen. Niemand würde noch etwas rein aus Nächstenliebe oder Interesse machen. Immer und überall wäre jede Handlung mit dem Hintergedanke, Geld zu verdienen… Aber wenn das das Resultat der flattr-Mentalität wäre, hätten wir sie in Wirklichkeit schon lange vor Flattr angenommen